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Diesmal dreht der Mensch am Rad

Die Erde hat extreme Klimawechsel durchgemacht, der Mensch sollte es darauf lieber nicht ankommen lassen. Foto: DLR/NASA
 
Wir basteln uns einen Wirbelsturm: In der Ausstellung ist das zum Glück nur ein Experiment. Auch Klimaszenarien können Besucher sich errechnen lassen. Foto: T.A.

Ausstellung Planet 3.0 zeigt eine Welt im (Klima-)Wandel und was wir dagegen tun können.

Von Marion Korth, 06.02.2015.

Planet 3.0 heißt die neue Ausstellung des Naturhistorischen Museums über Klima, Leben und Zukunft – sie ist zugleich Zeitreise und ein Grundkurs Erde für Anfänger und Fortgeschrittene mit Forschergeist. Am Samstag wird sie eröffnet.

Was wir als Vorboten der Erderwärmung registrieren, hat mitunter schon erhebliche Folgen: Starkregen hier, Dürre dort, schmelzende Eisberge und Wirbelstürme. Der Erde wird in Sachen Klimawandel niemandem etwas vormachen, sie hat dramatische Veränderungen in ihrer Entstehungszeit durchgemacht, drehte sich als Feuerball um die Sonne, erstarrte unter einem Eispanzer, versank für 40 000 Jahre im Dauerregen, verlor an der Perm-Trias-Grenze ihr vielgestaltiges Leben, um im Karbon als grüner Planet mit 40 Meter hohem Schachtelhalm und zweieinhalb Meter langen Tausendfüßern förmlich über sich hinauszuwachsen. Jetzt wieder ein Wandel, nur dass diesmal keine gigantischen Vulkanausbrüche die Atmosphäre mit Klimagasen vollpumpen, sondern der Mensch mit seinen Ansprüchen an Wärme, Mobilität und Konsum das Erdklima befeuert.

Eine Kugelprojektion zeigt und erklärt die sieben Sphären, deren Zusammenspiel gleich ineinandergreifenden Zahnrädern über die Zustände und die Lebensgrundlage auf der Erde entscheidet. Die Spanne reicht von der Atmosphäre über Wasser und Eis bis hinunter ins Dunkle der Erde, wo kleinste Lebewesen fruchtbare Böden bereiten. Die, Zusammenhänge sind komplex und längst noch nicht in alle Tiefen erforscht, sodass die Frage, wie die Maschinerie reagiert, wenn wir an einem Rad drehen, noch nicht vollends beantwortet werden kann. Wie ein Seismograph zeigt die Ausstellung Veränderungen und lässt uns teilhaben an den Fragen der Wissenschaftler, auf die sie eine Antwort suchen. Zum Beispiel die, ob es Sinn macht, CO2 in Gestein zu pressen, um es der Atmosphäre zu entziehen. An Forschertischen finden sich Computer, Telefone und gefüllte Notizbücher, um in die wissenschaftliche Arbeit einzutauchen. Wer den Hörer abnimmt, hat einen Wissenschaftler am Apparat, der sein Forschungsgebiet erläutert.

Der breite Ansatz macht diese Ausstellung, die ursprünglich das Senckenberg-Forschungsinstitut Frankfurt am Main mit zahlreichen anderen Forschungseinrichtungen konzipiert hat, so spannend. Für Braunschweig hat Museumsdirektor Ulrich Joger noch weitere Akteure hinzugezogen, deren Arbeit in die Zukunft weist (siehe gesonderten Artikel). Praktische Handlungsempfehlungen geben das Umweltamt der Stadt und die Regionale Energie- und Klimaschutzagentur.

Müssen wir uns ernsthaft Sorgen machen? „Der Faktor Mensch, der macht mir Angst. Es gibt viele, die sind nicht bereit, auch nur irgendetwas gegen den Klimawandel zu tun“, sagt Heiko Hillmer von der Regionalen Energie- und Klimaschutzagentur. Ulrich Joger sieht das ähnlich und verweist auf den Auftrag der Museen, im Sinne der Aufklärung tätig zu sein.

Daten und Fakten

Sonderausstellung „Planet 3.0 – Klima. Leben. Zukunft. Eine Zeitreise durch den Klimawandel“

Laufzeit: 7. Februar bis 26. April 2015

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 9 bis 17 Uhr, mittwochs bis 19 Uhr, montags geschlossen.

Eintrittspreise: Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, Kinder 3 Euro. € Das Ticket für die Sonderausstellung berechtigt zum einmaligen Eintritt in das Museum in der Pockelsstraße 10 am Tag des Ausstellungsbesuches.

Ausstellungsort: Ausstellungshalle in der Hamburger Straße 267.
Teilbereich „Arktis und Antarktis“ in der Pockelsstraße 10 in Braunschweig.
Zwischen dem Naturhistorischen Museum und der Ausstellung in der Hamburger Straße kann am Wochenende ein kostenloser Shuttle mit einem Elektrofahrzeug genutzt werden. Dieser Service wird von BS-Energy unterstützt.
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