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Dickes Lob fürs „Rolli-Projekt“

Die Klasse 4 b der Hans-Würtz-Schule überreichte Oberbürgermeister Ulrich Markurth die Auswertung ihres „Rolli-Projektes“. Das Bild zeigt (v.r.): Stephanie Heine, Frederic (11), Aziz (11), Anna-Lena (11), Lea (11), Lazlo (11), Lukas (10), Marike (sitzend) und Ruth Boerma. Foto: T.A.

Oberbürgermeister empfing Viertklässler der Hans-Würtz-Schule – Anregungen weitergegeben.

Von Marion Korth, 26.04.2016.

Braunschweig. Wie barrierefrei ist Braunschweig? Schüler der Klasse 4 b der Hans-Würtz-Schule haben an ausgewählten Orten – zum Beispiel dem Schulhof – den Praxistest gemacht. Ihre Auswertung durften sie Oberbürgermeister Ulrich Markurth gestern persönlich überreichen.

Auf Umwegen ging es hoch ins erste Stockwerk, wo den Schülern die Tür zum Oberbürgermeisterzimmer weit offenstand. Auf Umwegen zum Oberbürgermeister? Der elfjährige Aziz sitzt im Rollstuhl, Treppen sind für ihn ein unüberwindbares Hindernis. Nicht nur im Rathaus, wie die Prüfung ergab. In einer Mappe haben die Schüler Fotos, Erklärungen und ihre Bewertungen zusammengefasst. „Und wir haben Verbesserungsvorschläge für unsere Schule“, kündigten sie an.

„Wir wollen Ihnen die Ergebnisse unseres Rolli-Projektes präsentieren“, erläuterte Aziz Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Über die Wasserbaustelle auf dem Schulhof urteilen die Schüler: „Die ist auch nur so mittel, sie ist zu niedrig.“ Statt Kies wünschen die Kinder sich Hartschaummatten unter dem Klettergerüst, damit Rollstuhlfahrer direkt bis ans Spielgerät fahren können. „Wir haben nicht so viele Spielmöglichkeiten wie die anderen“, sagte Aziz.
Damit alle wissen, wie er sich manchmal fühlen muss, haben die Schüler rundherum das Rollstuhlfahren ausprobiert. „Das hat Spaß gemacht, aber nur, wenn man nicht jeden Tag darin sitzen muss“, lautete Lukas Fazit. In den Bussen und Bahnen fehlt es manchmal am nötigen Platz, hier wünschen sich die Kinder mehr Klappsitze. Außerdem sollte jeder Busfahrer, sobald ein Rollstuhlfahrer einsteigen möchte, die Rampe herunterlassen. In der Stadtbücherei sei Aziz die Tür ins Gesicht geschlagen, weil er nicht schnell genug gewesen ist.
„Wir werden das intensiv studieren“, versprach der Oberbürgermeister und dankte den Schülern für ihre „super Vorschläge“, die besonders für die Mitarbeiter in der Bauverwaltung hilfreich seien. Bei Kleinigkeiten wie zu wenig Sand im erhöhten Sandkasten oder eine seitliche Begrenzung an der Tischtennisplatte, damit die Bälle auf der Platte liegenbleiben, „da könnte man vielleicht was machen“, meinte Markurth. Er berichtete den Kindern, dass gerade viele Haltestellen umgebaut werden und auch neue Bahnen angeschafft würden. Bei so alten Häusern wie dem Rathaus sei das mit der Barrierefreiheit natürlich nicht so einfach zu machen …
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