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Dem Ort eine Bedeutung geben

Letzte Folge: „Farbring 450D“ von Susanne Rottenbacher und „Spawn“ von Christiane Stegat

Von André Pause, 01.08.2010

Braunschweig. Wer nach Sonnenuntergang den Prinzenweg in Richtung Gieseler entlang spaziert, könnte meinen, Riesen-Amphibien seien in der Stadt.

Grell laicht es aus dem Fenster des alten Schulgebäudes zum Okerarm hinunter. Allabendlich lockt die Installation „Spawn“ von Christiane Stegat die Menschen an – und irritiert sie. Natürlich handelt es sich hier nicht um ein echtes Gelege, also organisches Material, sondern um industriell massengefertigte Kugeln, die kascadenartig ausgebreitet sind. „Trotzdem springt die Wahrnehmung zwischen der Assoziation und dem Haufen. Das eine holt das andere immer wieder ab“, erläutert Stegat, die sich für Ihr Lichtparcours-Projekt aufgrund von Bauarbeiten gleich zweimal einen neuen Ort suchen musste. Dabei sei gerade der für die Balance des Werkes wichtig. „Spawn gibt dem Ort eine gewisse Bedeutung, und zwar nicht im Sinne eines Ausstellungsortes, sondern als Ort, an dem dieses Phänomen stattfindet, dass alles was die Arbeit umgibt, einen Bezug bekommt.“
Auch der „Farbring 450D“ von Susanne Rottenbacher kann nur im Zusammenspiel mit der Natur vollständig wahrgenommen werden. Die Künstlerin aus Berlin greift für ihre Arbeit ebenfalls bewusst auf synthetisch-industrielle Materialien und auf avancierte Lichttechnik zurück. Im Gegensatz zu Stegat hat Rottenbacher allerdings ein vergleichsweise zurücknehmendes Werk geschaffen. „Die Dimensionierung der Arbeit für die Grünfläche am Hohetorwall ist aus der Auseinandersetzung mit dem Charakter der Wallanlagen und seiner vorhandenen Villenarchitektur entstanden: Alte Stadtvillen und Parkanlagen bis zur Oker, Parkgärten mit fast privatem Charakter – es war mir ein Anliegen, für diese besondere Situation eine private, stille Arbeit zu erschaffen“, sagt Rottenbacher. Das ist ihr gelungen. Auch wenn sich der Farbring durch die Einwirkung der Sonne, des Mondes und der Wolken verändert: er schmiegt sich – unabhängig von Tages- und Nachtzeit – förmlich in die Landschaft.
Ausführliche Informationen zum Lichtparcours 2010 im Internet unter www.braunschweig.de/lichtparcours.
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