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Das Wunder von Braunschweig

Fußball-Filmprojekt „66/67“ läuft – Kino-Premiere im Februar bei der Berlinale

Von Sebastian Walther

Braunschweig. Jetzt bekommt Eintracht sein filmisches Denkmal gesetzt. Carsten Ludwig und Jan-Christoph Glaser drehen seit Anfang Juli die Hommage „66/67“ – unter anderem im Eintracht-Stadion, dem Studentenwohnheim „Affenfelsen“ und der kultigen Kneipe „Zum gemütlichen Conny“. Die Premiere ist für das Frühjahr 2009 bei der Berlinale geplant.

Auch das Braunschweiger Wunder aus der Spielzeit 2007/2008 kommt in die Kinos. Als filmische Kulisse dient der letzte Spieltag, an dem sich der Verein überraschend den Klassenerhalt sicherte. Gedreht wurde die Szene Ende vergangener Woche, in der Halbzeit des Freundschaftsspiels gegen ZSKA Sofia. Vor blau-gelben Rängen machte Protagonist Christian seiner Freundin einen Hochzeitsantrag, der, so viel sei verraten, auf Ablehnung stößt.
Es sei eben ein Film „mitten aus dem Leben“ verspricht das Regisseurduo Ludwig und Glaser. Ihr Plot begleitet sechs fanatische Fußball-Anhänger, die sich ihre Zuneigung zum Traditionsverein gar mit zwei Zahlen auf die Brust tätowieren. „66/67“ ist die Braunschweiger Meisterschaftssaison und auch der Name ihres Fanclubs. Als jedoch die ersten Frauen in das Leben der Eintracht-Fans treten, beginnt die Männerfreundschaft zu bröckeln.
„Bruchstellen in den Biographien“ nennt Darsteller Christoph Bach das. „Wir zeigen auch, wie Freundschaften entstehen, wachsen und sich auseinander leben“. Kein klassischer Fußball-Film soll es werden, betonen die Initiatoren. Die Eintracht als Synonym für Freundschaft vielmehr.
Anfang Juli wurde in der Hauptstadt Berlin mit den ersten Szenen begonnen. Und während noch mindestens vier Wochen Drehzeit in der Löwenstadt eingeplant sind, wird dort im Schneideraum parallel an der Fertigstellung gearbeitet. Das Drehbuch stammt vor allem aus der Feder von Carsten Ludwig. Der 1970 in Braunschweig geborene Regisseur und Autor arbeitet damit bereits an seinem dritten Kinofilm. Stark autobiographisch gefärbt seien seine Zeilen, urteilen die Kollegen. Ludwig selbst gibt an, seit seinem ersten Stadionbesuch im Alter von sechs Jahren Löwen-Anhänger zu sein. Mehrere Hundert Fußball-Spiele im In- und Ausland hat er seitdem besucht. Er weiß, wie sich ein Fan fühlt.
Umso erstaunlicher allerdings, dass in seinem Film kein Raum eingeplant ist für die weniger erfreuliche Facetten des zwölften Mannes. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Fußball-Fan ist nicht zu erwarten.
In den Hauptrollen werden die Nachwuchsschauspieler Christoph Bach („Dutschke“), Maxim Mehmet („Der rote Baron“), Christian Ahlers („Immer an der Wand lang“), Fahri Ogün Yardim („Chiko“), und Fabian Hinrichs zu sehen sein. Die Rollen der jungen Frauen, denen die Jungs später statt des runden Leders hinterherlaufen, haben Victoria Deutschmann und Melika Foroutan übernommen. Letztere bringt überraschend viel Bezug zum Filmstoff mit.
„Mein Vater war Trainer im Iran, der Sport war seine zweite Ehefrau“, bekennt Foroutan, die selbst einige Jahre in einer Mannschaft gekickt hat. Ihr schauspielerisches Talent in dem 110-minütigem Streifen soll nach der Premiere auf der Berlinale 2009 deutschlandweit in den Kinos zu bewundern sein. Und auch eine frühzeitige Vorführung in Braunschweig hat Produzent Alexander Bickenbach bereits in Aussicht gestellt. „Vielleicht ja als Open Air im Stadion.“ Wo auch sonst.
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