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Das Team zählt: Der Tanz im sozialen Gefüge

Tanzstudio German Dance Art trainiert für „Finals“ in Hannover.

Von André Pause, 10.04.2013.

Braunschweig. Das Ankündigungsplakat des internationalen HipHop-Tanzwettbewerbes „Finals 2013“ hängt an der Tür im Trainingsraum. Eine kleine Motivationshilfe, doch eigentlich ist die für keinen der jungen Akteure im Braunschweiger Tanzstudio German Dance Art von Nöten.

Die Tänzer des Teams „Forward“, der sogenannten Masterclass, fiebern dem Termin am 18. Mai im Theater am Aegi in Hannover ohnehin entgegen.
Seit etwa anderthalb Jahren betreibt der Hannoveraner Raik Landgraf sein Studio in der Löwenstadt. „Die Sportbegeisterung in der Stadt ist allgemein riesig. Und auch das Thema Tanz ist hier von großem Interesse. Ich habe in Braunschweig einfach das Potenzial gesehen, ein reines HipHop-Studio zu etablieren.“ Eine Rolle bei der Standortwahl mag zudem gespielt haben, dass Landgraf den spezialisierten Tanzstil vor seiner Selbstständigkeit in einem anderen Studio der Stadt gelehrt hat.
Die Unterschiede zu anderen Genres, auch zum klassischen Ballett seien groß, verrät der 28-Jährige im Gespräch. „Dort sind die Bewegungen mehr gestreckt, beim Hip-Hop-Dance dagegen sehr zackig und kurz.“ Hinzu komme, dass „Jazz-Popping“- und „Locking“-Bewegungen möglichst synchron über die Bühne gehen müssen. „Das Ganze hat weniger mit Breakdance zu tun. Es ist eher so, als seien 20 Michael Jacksons im Raum, die alle dasselbe machen“, erklärt der Studio- und Agenturinhaber schmunzelnd.
Seit etwa zwölf Jahren ist Hip-Hop-Dance verstärkt ein Thema, berichtet Landgraf. Den ersten richtigen Höhepunkt habe es vor sechs, sieben Jahren mit Filmen wie „Streetstyle“ gegeben. Heute sei die Nachfrage immer ein wenig vom Musikmarkt abhängig, berichtet der Profi, der selbst auf Bühnen in ganz Deutschland tanzt und auch selbst choreografiert. „Wenn Stars wie Justin Timberlake oder Usher ein neues Album herausbringen, ist Hip-Hop gleich etwas mehr angesagt.“
Und wer kann mitmachen? „Jeder kann tanzen!“, sagt Landgraf bestimmt. Das Know-how sei zu Beginn nicht entscheidend. „Man muss keine Sportskanone sein, um damit anzufangen. Obwohl wir versuchen, zu vermitteln, dass Fitness letztlich eine Grundvoraussetzung ist, um Hip-Hop wirklich tanzen zu können.“ Als Pluspunkt, hebt der Coach zudem die Förderung im zwischenmenschlichen Bereich hervor. „Wie im Fußball läuft auch beim Tanz sehr viel über Teambuilding. So wie Du dort Halt finden kannst, kannst Du das auch hier. Die Schüler lernen das komplette soziale Gefüge und im positiven Sinne einer Gruppendynamik einfach mal zu folgen.“ Auch die sozialen Voraussetzungen spielten beim Hip-Hop keine Rolle. „Hier zählt vor allem der Spaß und dann die erbrachte Leistung.“
Bei den „Finals“ am 18. Mai wird vermutlich beides stimmen. 18 Teams aus ganz Europa werden dort starten, für das Gewinnerteam geht es in die USA, zur „Body Rock Competition“.
Einer der Tänzer ist jetzt schon ganz heiß: Sinan Kulaksiz. „Ich habe bereits an zwei Meisterschaften teilgenommen und freue mich auf die Finals“, meint der Zwölftklässler, der bald Maschinenbau studieren möchte und sich vor rund acht Jahren dem Hip-Hop-Dance verschrieben hat. Er habe auch mal Fußball gespielt, doch mittlerweile sei „ein Leben ohne Tanz nur noch schwer vorstellbar.“
Wer Hip-Hop-Dance selbst einmal ausprobieren möchte: Infos unter www.german-dance-art.de.
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