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„Bis zum Mond und zurück“

Junges Staatstheater zeigt Kinderbuchklassiker „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich habe?“

Von Daniel Beutler

Braunschweig. Wie misst man Liebe? Dieser Frage geht derzeit das Junge Staatstheater nach. Die Aufführung, basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich habe?“, bietet dabei statt abstrakter Versuche, der Liebe einen Wert zu geben, Handfestes.

Aber all das steht für die kleinen Besucher nicht im Vordergrund. Was sie ins Theater lockt, sind keine großen philosophischen Fragen, sondern eher die Aussicht auf großen Spaß. Und misst man den Erfolg der Vorstellung an der Begeisterung der Kinder, so ist die Inszenierung von Stephanie Jänsch durchaus als gelungen zu beschreiben.
Dabei stiehlt aber zunächst ein kleiner Stoffhase den Darstellern von großem und kleinem Hasen (Linda Foerster und Marko Werner) die Schau. Beschwerlich klettert das Kuscheltier des kleinen Hasen am Rand der Bühne empor, begleitet von lautem Lachen der Kinder. Er ist zusammen mit dem kleinen Hasen auf der Suche nach Abenteuern, beide werden jedoch abrupt von der Aufforderung zur Nachtruhe unterbrochen. Natürlich haben sie nicht so recht Lust zu schlafen.
Von da an entwickelt sich der amüsante „Wettstreit“ zwischen großem und kleinem Hasen, wer denn nun wen lieber hat. Dabei bauen die Darsteller auf große, aber ruhige Gesten, die auf der kleinen Bühne umso imposanter wirken. In der Folge hält sich das Stück weitestgehend an die Original-Buchvorlage von Anita Jeram und Sam McBratney und kommt auch zu dem gleichen Ergebnis. „Bis zum Mond und zurück“ haben sie sich lieb. Und der kleine Hase schläft endlich müde ein.
Eigentlich verwunderlich angesichts der engagierten Leistung von Schauspieler Werner. Zusammen mit der ruhigen und verständnisvollen Art seiner Kollegin Foerster entsteht so eine rundum gelungene Szenerie. Dem Ganzen schadet auch der Umstand nicht, dass der kleine Hase knapp 20 Zentimeter größer ist als der große Hase. Auch wer dem Alter der Gutenachtgeschichten entwachsen ist, stellt sich hin und wieder die Frage, wie man der Aussage „Ich hab dich lieb“ eine gewichtigere und vor allem greifbare Bedeutung geben kann. Das Stück bietet dafür einen sehr gelungenen Ansatz – für Jung und Alt.
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