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Biker zeigen ihre Verbundenheit

Das wünscht sich Priester Ploch aus Hannover auch für die Fußballfans in der Region.

Von Marion Korth, 28.04.2013.

Braunschweig. Sie heißen Doris, Bastian, Andreas, Karl-Heinz. Der Jüngste ist 18, der Älteste über 70. Vier Namen von 16 Motorradfahrern, die im vergangenen Jahr bei Unfällen ums Leben gekommen sind. Ihrer wurde gestern gedacht.

Zum 26. Mal hatte die Arbeitsgemeinschaft christlicher Motorradfahrer zur Demofahrt für Partnerschaft im Verkehr und zum Gedenkgottesdienst für die Verkehrstoten eingeladen. Erstmals fand der Gottesdienst in der St. Martini Kirche statt.
Trotz des miesen Wetters waren nach Polizeiangaben rund 500 Motorradfahrer gekommen. „Immerhin schneit es nicht“, sagte Mario Kruschewski, der zum ersten Mal an der Fahrt teilnahm und erst seit dem vergangenen Sommer seinen Motorradführerschein hat. Um den Hals hatte er einen Eintrachtschal gebunden, sichtbares Zeichen, wie dicht Freud und Leid zusammenliegen. „Ich überlege jetzt, ob ich noch ins Stadion fahre, das ist man der Mannschaft eigentlich schuldig.“
Den Bogen zum Fußball schlug auch Heinrich Ploch, katholischer Pfarrer aus Hannover, der die gemeinschaftliche und ökumenische Veranstaltung mit Motorradfahrern aus der gesamten Region schätzt. „Unter den Motorradfahrern haben wir schon das geschafft, was wir im Fußball noch schaffen müssen – diese Verbindung“, sagte er in Anspielung auf die Erzrivalität zwischen Hannover und Braunschweig. „Das ist jetzt besonders wichtig, nachdem Eintracht aufgestiegen ist.“ Ploch gestaltete den Gottesdienst gemeinsam mit dem evangelischen Religionslehrer Andreas Spiwoks, einem begeisterten Motorradfahrer wie er selbst.
Auf der Fahrt nach Braunschweig auf seiner Intruder 1500 habe er sich schon ein wenig nach einem warmen Platz auf dem Sofa gesehnt. „Ich habe mich gefragt, warum machen wir das hier eigentlich, und dann habe ich all die Motorradfahrer hinter mir gesehen. Damit zeigen wir: Wir sind da, wir denken an die anderen, nicht nur bei schönem Wetter.“
16 Holzkreuze, drei mehr als im vergangenen Jahr, erinnern an die verunglückten Motorradfahrer. „Diese Kreuze sind eine Warnung, das gibt zu denken, das berührt“, sagte Pröpstin Uta Hirschler. Mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren könne jugendlicher Übermut der Motorradfahrer nicht die Unfallursache sein, in mehr als zwei Drittel seien dennoch die Kradfahrer selbst die Unfallverursacher gewesen, sagte Arbeitsgemeinschaftsvorsitzender Uli Nötel. Aber es gibt auch die anderen Fälle, in denen Motorradfahrer übersehen wurden und dies mit ihrem Leben bezahlen mussten. Friedhelm Meiners, Pastor der St.-Martini-Gemeinde: „Die Kreuze erinnern uns daran, wie zerbrechlich das Leben ist, dass verdrängen wir, wenn wir in unseren Autos mit Gurt und Airbags unterwegs sind.“ Der Gedenkgottesdienst gab allen Gottes Segen und die Mahnung „Fahrt vorsichtig!“ mit auf den Weg.
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