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„Bei den Kindern flossen Tränchen“

Diebe erbeuteten im „Kinderspielkreis an St. Matthäus“ Spendengelder für Weihnachten

Von Jens Radulovic, 22.12.2010

Braunschweig. „Wir sind stocksauer“, sagt Doris Tancre. Der Grund für den Ärger der 36-Jährigen: In der Nacht auf den 15. Dezember brachen ein oder mehrere Unbekannte unter anderem in die Räume der „Kinderspielkreise an St. Matthäus“ an der Herzogin-Elisabeth-Straße ein und stahlen Spendengelder, die die Eltern und Großeltern der Kinder bei einem Großelternfrühstück gesammelt hatten.

„177,80 Euro waren im Spendenschwein“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Heike Tantow. Das Geld sei für einen Weihnachtsmarktbesuch der Kinder und neue Spiele im Kindergarten gedacht gewesen. „Die Täter brachen einen verschlossenen Aktenschrank auf und zerbrachen das darin liegende Schwein“, erzählt Tantow. „Als wir den Kindern sagen mussten, dass der Weihnachtsmarkt ausfällt, flossen einige Tränchen“, sagt Tancre, „ich finde es das Letzte, wenn man kleine Kinder beklaut, gerade zur Weihnachtszeit.“
„Die Kinder sind bei solchen Einbrüchen immer die Betroffenen“, weiß Polizeisprecher Wolfgang Klages, „oft ist der bei Einbrüchen einhergehende Vandalismus noch schlimmer als der Diebstahl selbst: Da werden Spielzeuge kaputt gemacht und Schränke aufgebrochen.“ Die im Kinderspielkreis erbeuteten Spendengelder seien wohl ein Zufallsfund. Die Täter gingen in solchen Fällen nicht gezielt vor, sondern hofften auf den schnellen Euro. „In diesem Fall haben Unbekannte zunächst erfolglos versucht, ein Fenster zum Kindergarten aufzubrechen, ehe sie bei einem Fenster der angrenzenden Kirchenräume Erfolg hatten.“ Die Tatzeit liege zwischen Dienstag 17 Uhr und Mittwoch 6.30 Uhr.
„Gebäude wie Kirchen, Schulen oder Kindergärten sind besonders gefährdet, weil sie nicht bewohnt sind und Täter so sicher sein können, dass niemand auf sie aufmerksam wird“, so Klages. Deshalb rät der Polizeisprecher, größere Summen nicht im Gebäude zu belassen, sondern mit nach Hause zu nehmen.
Nach einem kurzen Moment des Schocks haben sich Eltern und Erzieher nun doch dazu entschlossen, den Weihnachtsmarktbesuch zu veranstalten – finanziert aus der Vereinskasse. „Das reißt natürlich ein großes Loch in unsere Finanzen. Wir hoffen jetzt, das durch unseren nächsten Flohmarkt wieder ausgleichen zu können“, sagt Tancre.
Die Anschaffung der Spiele müsse in diesem Jahr aber ausfallen.
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