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„Battle of the Year“ kehrt Braunschweig den Rücken

Weltweit größte Breakdance-Veranstaltung geht nach Frankreich

Von Martina Jurk, 20.01.2010

Braunschweig. Für die deutsche Breakdance-Szene und speziell für die Braunschweiger Fans des „Battle of the Year“ (Boty) dürfte diese Nachricht ein Schock sein: Nachdem das internationale Breakdance-Finale neun Jahre lang ununterbrochen in der Braunschweiger Volkswagenhalle stattgefunden hat, wandert es in diesem Jahr aus.

Boty 2010 wird am 20. November im französischen Montpellier im „La Grande Salle“ ausgetragen.
„Die Entscheidung, aus Deutschland weg zu gehen, ist uns nicht leicht gefallen. Die deutsche B-Boy-Szene, das treue Publikum und ganz speziell die Stadt Braunschweig liegen uns allen sehr am Herzen“, sagt Mario Roth, Sprecher des Boty-Teams. Ein Hauptgrund, mit Boty auf Reisen zu gehen, sei die Finanzierung der Veranstaltung, die in Deutschland speziell in den vergangenen beiden Jahren immer schwieriger geworden sei. Das Veranstaltungsrisiko sei zu hoch geworden. „Bis Ende Dezember haben wir versucht, die nötigen Zusagen von Förderern und Sponsoren für das Jahr 2010 zu bekommen, um die Veranstaltung wieder in der Braunschweiger Volkswagenhalle durchzuführen. Am Ende stand ein Defizit von knapp 50 000 Euro, das nicht gedeckt war“, so Roth. Eine Rückkehr nach Deutschland und Braunschweig schließt das Boty-Team nicht aus.
Die deutsche Vorentscheidung, das Boty Germany, soll nach dem Weggang des internationalen Finales größer werden. Sie findet am 21. August wieder im Pavillon in Hannover statt. In Planung sind unter anderem ein Tanztheaterabend, Einzelbattles und Workshops. Die internationalen Vorentscheidungen beginnen wie bisher auch ab April/Mai.
Braunschweig verliert mit dem „Battle of the Year“ einen Besuchermagneten. Mit bis zu 8000 Zuschauern war die VW-Halle jedes Mal gnadenlos ausverkauft. Großen Zuspruch hatten auch das Rahmenprogramm und die gemeinsam mit der Stadt Braunschweig veranstaltete Hip-Hop-Community mit Workshops international anerkannter Referenten. Im vergangenen Jahr feierte die weltweit größte Breakdance-Veranstaltung in Braunschweig ihr 20-jähriges Bestehen. Den Boty-Machern war zu diesem Zeitpunkt bereits bewusst, dass der Bewegung etwas Neues gut tun würde – ob in Braunschweig oder anderswo. „Uns war klar, dass nach 20 Jahren ein Schnitt erfolgen muss“, so Mario Roth. Das Boty-Team sei nun gespannt auf die Reaktion der Breakdancer und Fans. Das Wichtigste sei, dass die Finanzierung gesichert ist. Innerhalb von zwei Monaten hätten die Sponsoren definitive Zusagen gegeben. „Wir denken in mehrere Richtungen“, sagt Roth. Möglich sei beispielsweise eine Zusammenarbeit mit der Tourismusbranche, um günstige Hotels oder Bustouren für die Anhänger aus Deutschland anzubieten.
Auch wenn das Boty in diesem Jahr in Montpellier ausgetragen wird, soll das Rahmenprogramm des Jahres 2009 unter anderem mit dem Tanztheaterabend und Workshops fortgesetzt und ausgebaut werden.
Ob das „Battle of the Year“ in Frankreich nun eine jahrelange Heimstatt findet, ist völlig offen. „Boty auf Reisen“ könnte ein mögliches Konzept für die Zukunft der Veranstaltung sein. „Vorstellbar ist auch ein jährlich wechselnder Austragungsort“, meint Mario Roth.
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