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Atze Schröder: „Bin da, kann losgehen!“

Der Comedian verrät im Gespräch mit der nB, was ihn zum Revolutionär macht – Live am 28. Januar in der VW-Halle.

Von Sebastian Walther, 19.01.11

Braunschweig. Atze Schröder kommt zurück. Wegen großer Nachfrage gibt der Top-Comedian am Freitag (28. Januar) um 20 Uhr in der VW-Halle eine Zusatzshow. Der Titel ist Programm: „Revolution“. Die nB sprach vorab mit ihm.

Hat der Revolutionär Atze Schröder eigentlich einst in der Bundeswehr gedient?

!Zivildienst gemacht hat er, in der Altenbetreuung. Aber das hat ganz gut getan, so Allzumenschliches. Wer dreimal hintereinander so ein Bett sauber machen muss, der weiß, wo das Leben spielt.

?Was gilt es jetzt eigentlich zu revolutionieren?

!Als ich mir das ausgedacht habe, war die Verwunderung noch groß. Jetzt, nach „Stuttgart 21“, ist der Bürgerkrieg nicht mehr weit. Vor Weihnachten habe ich in Stuttgart gespielt und hatte ein Hotel direkt gegenüber vom Bahnhof. Da war schon gut Stimmung. Ich bin auch gleich mit marschiert, und das fühlte sich auch echt gut an.

?Auf welcher Seite sind Sie mitgelaufen?


!Auf der Seite der Gegner, wobei das Schönste am Protest gegen „Stuttgart 21“ der Protest ist. Das Projekt als solches finde ich gar nicht so schlecht.

?Die Demonstrationen prägten den Begriff des Wutbürgers. Können Sie damit etwas anfangen?

!Finde ich gut. Wenn ich jetzt sehe, dass entgegen aller Beteuerungen die Abgaben immer weiter steigen und die Steuern ja doch nicht sinken, da kann man das gut verstehen. Auch nicht schlecht, passiert mal wieder was.

?Es wird also auch politisch auf der Bühne?

!Eher unterschwellig, ich jubel‘ das den Leuten so unter. Wenn ich beispielsweise sage: Man kann unserer Kanzlerin viel vorwerfen, aber nicht, dass sie sich nach oben geschlafen hat.

?Wem eifern Sie eigentlich nach?

!Fidel Castro – nicht weil er ein besonders guter Politiker ist, aber weil die Musik dort am besten ist.

?Und wie soll sie aussehen, die Revolution?

!Im eigentlichen Sinn geht es bei Revolution ja um das Thema Veränderung, und ich stehe auf der Bühne und erzähle, was sich verändert hat, was sich verändern muss. Das muss nicht nur politisch sein, es gab die sexuelle Revolution, die Revolution der Mode, auf dem Heimwerkermarkt. Es geht mal wieder um alles bei mir. Und auch wenn ich das immer sage, aber dies ist mein bisher bestes Programm. (lacht)

?Nicht die 24-Stunden-nonstop-Internet-Comedy kurz vor Weihnachten?

!Das war schon eine feine Sache, eine Art „Harald Schmidt Show“ mit Comedy und Gästen, nur eben 24 Stunden lang. Besonders stolz bin ich allerdings auf die zwölfstündige After-Show-Party. (lacht)

?Worum geht es bei solchen Aktionen?

!Das war eine fixe Idee. Ich bin auch schon ein paar Tage dabei und kann daher recht locker bleiben. Ich genieße das auch: Ich muss keinem mehr etwas beweisen, habe alle Preise gewonnen, alle Hallen gespielt. Mir geht es wirklich nur noch um den Spaß.

?Auf Ihrer Internetseite findet sich auch eine Auflistung der besten Anmachesprüche…

!Die Frage an mich ist ja oft: Atze, wie macht man es denn nun? Und daher habe ich einfach mal angefangen, die besten zu sammeln. Mein Lieblingsspruch im Moment ist übrigens: Bin da, kann losgehen!


?Sie legen viel Wert auf den Schutz Ihrer Privatsphäre. Gibt es in Ihrem näheren Umfeld Menschen, die nicht wissen, dass Sie Atze Schröder sind?

!Das kommt immer mal wieder vor, vor allem, wenn ich im Urlaub bin, und ist auch recht lustig, wenn die dann über Atze quatschen. Ich sehe das mit der Privatsphäre relativ locker, aber als damals auf RTL meine Serie „Alles Atze“ lief, fanden tagelang Partys vor meinem Haus statt, und dem wollte ich einfach einen Riegel vorschieben.

?Wie waren denn Ihre Anfänge?

!Der Hugo Egon Balder hat mir nach meinem ersten Auftritt bei „RTL Samstag Nacht“ gesagt: „Junge, lass‘ es“. Für mich war das aber mehr der Grund, den Turbo einzuschalten und die Jetzt-Erst-Recht-Stimmung.
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