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Alte Masche neu gestrickt

Kettenbrief in Umlauf gebracht und gestoppt

Von Martina Jurk

Braunschweig. Ein Kettenbrief hat Braunschweiger Firmen und Vereine erreicht. Ein krebskranker siebenjähriger Junge will damit angeblich ins Guiness-Buch der Rekorde. „Löschen“, rät Polizeisprecher Joachim Grande.

Die Masche ist alt, kommt aber immer wieder in Mode. Die gleiche Geschichte – mit dem längsten Kettenbrief der Welt ins Guinessbuch der Rekorde zu kommen – tauchte schon 1997 auf. Das sind so genannte Hoaxes, also vorgetäuschte Geschichten, die den E-Mail- oder Post-Verkehr blockieren. Sie seien nicht ernst zu nehmen, meint Joachim Grande. Das dachte sich auch Gerd-Ulrich Hartmann, geschäftsführender Vorstand der Kroschke Stiftung, der den Brief vom Regjo-Verlag erhielt, der zuvor Post von der Braunschweigischen Landessparkasse erhalten hatte. In dem Brief wird ausdrücklich darum gebeten, die Kette nicht zu unterbrechen. Gerd-Ulrich Hartmann tat aber genau das, wie auch schon 1997.

Damals war es dieselbe erfundene Geschichte, nur statt des Kettenbriefes waren es Berge von Visitenkarten, mit denen das angeblich todkranke Kind ins Guinessbuch der Rekorde wollte. Die Kette solle auf keinen Fall unterbrochen und beigefügte Unterlagen an zehn Unternehmen, Schulen, Krankenhäuser, Behörden und andere weitergeleitet werden. Dem Landesklinikum Donauregion Tulln (Österreich) solle schriftlich mitgeteilt werden, welche Firmen die Unterlagen erhalten haben, wird der Adressat des Kettenbriefes aufgefordert. Gerd-Ulrich Hartmann erinnerte sich an dasselbe Prozedere von 1997.
Unerklärlich ist deshalb, wie seriöse Firmen und Institutionen immer wieder darauf hereinfallen. Polizeisprecher Joachim Grande spricht vom Helfersyndrom. Darauf zielten die Initiatoren des Kettenbriefes ab. Der Bitte, zu helfen und etwas Gutes zu tun, können sich kaum jemand verwehren.
Inzwischen gibt es einen Hoax (Falschmeldung)-Servicedienst einer EDV-Beratung und der Technischen Universität Berlin. Jeder, der einen solchen Brief erhält und unsicher ist, kann sich unter http://hoax-info.de informieren.
Aktuelle Hoaxes sind dort aufgelistet, es gibt Hinweise, wie man Hoaxes erkennt und wie man sich verhalten soll. Wer einen Verdacht auf Viren oder Phishing-Mails hat, kann sich an diesen Service der TU-Berlin wenden.
Die Polizei kann gegen Hoaxes nichts ausrichten, da es schwierig sei, den Urheber über Jahre hinweg zurückzuverfolgen und sich zudem keine strafbare Handlung nachweisen ließe. „Die machen so etwas aus Spaß“, meint Grande und rät in solchen Fällen, bei denen es sich um Hoaxes handelt, sie nicht ernst zu nehmen.
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