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„Alle verdienen Respekt“

Rund 15 000 Besucher gestern bei der CSD-Parade und Sommerloch-Abschlusskundgebung

Von Martina Jurk, 25.07.2010

Braunschweig. Demonstrativ, bunt und laut erlebte das 15. Sommerlochfestival gestern seinen Höhepunkt. Rund 2000 Aktive nahmen an der Christopher-Street-Parade (CSD) durch die Innenstadt teil.

Homosexuelle, Bi- und Transsexuelle sowie Heterosexuelle forderten gemeinsam mehr Akzeptanz und Toleranz gesellschaftlicher Vielfalt. Nach der Parade versammelten sich Tausende Besucher auf dem Burgplatz zur Abschlusskundgebung. Darauf sind der Verein für sexuelle Emanzipation als Veranstalter und das ehrenamtliche Organisationsteam des Sommerlochfestivals stolz, denn das war nicht immer so. „Wir sind vor das Verwaltungsgericht gezogen und haben gekämpft, dass wir vom Eiermarkt auf den Burgplatz können“, sagte Nadine Haufe, Pressesprecherin des Festivals.
Die Vertreter der Ratsfraktionen befanden bei einer Podiumsdiskussion einhellig die Veranstaltung als würdig genug, sie auf diesem zentralen Platz stattfinden zu lassen. Die größte CSD-Parade im Norden Deutschlands mit einer politisch und kulturell geprägten Abschlusskundgebung stehe Braunschweig gut zu Gesicht. So forderte Heiderose Wanzelius (BiBS), dass das Stadtmarketing die Veranstaltung noch mehr bewerben solle. Menschen aus der ganzen Region kämen zur Parade. Bürgermeisterin Friederike Harlfinger, die das Grußwort der Stadt überbrachte, sowie auch Annette Johannes (SPD), Ingo Schramm (FDP), Hans-Georg Hartwig (Linke) und Burkhard Plinke (Grüne) würdigten das ehrenamtliche Engagement des Organisationsteams. Nicht ein Euro aus dem Stadtsäckel müsse dafür ausgegeben werden.
Drei weiße Pudel sorgten derweil hinter der Bühne für Aufregung. Die Vierbeiner gehören zu den Jacob Sisters, die kaum einen Schritt gehen konnten, ohne um Autogramme oder einen Fotowunsch gebeten worden zu sein. Die Schwestern waren Teil des Bühnenprogramms ebenso wie Tatjana Taft. Mit einer überdimensionalen Kopfdeko hatte die Galionsfigur des Sommerlochfestivals so ihre Probleme. „Ich bin ein Jungbrunnen“, erklärte der Travestie-Künstler sein Kostüm. Ihr sei klar, dass sie ein Klischee bediene. „Warum soll man die politische Message nicht bunter verpacken. Wir sind froh über jeden, der kommt, egal ob in Jeans oder verkleidet“, so Taft. Für sie ist wichtig, dass alle den gleichen Respekt verdienen, egal ob nun schwul oder heterosexuell.
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