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Alle Stile, alle Größen – alles voll

Kostümverkauf des Staatstheaters sorgte für großen Andrang im Foyer des Großen Hauses.

Von André Pause, 20.02.2011

Braunschweig. „Ich weiß nicht mehr, wo ich lang muss“, sagt eine junge Frau leicht verzweifelt zur anderen. Kleiner Trost: Anderen erging es ähnlich, gestern beim Kostümverkauf des Staatstheaters.

Im Foyer des Großen Hauses ist es schon vor dem Mittag übervoll. Hitzig geht es zu. Frauen, Kinder und – ja – sogar einige Männer scharen sich um die Präsentationsständer mit den aus dem Fundus aussortierten Kostümen. 1200 Teile aus allen Sparten des Theaters hängen zur Auswahl: Blusen, Röcke, Fräcke und vieles mehr. „Einmal im Jahr müssen wir einfach Platz schaffen und sortieren sehr zielgerichtet jene Teile aus, die nicht mehr gebraucht werden. Den Verkauf veranstalten wir immer zeitnah zum Karneval“, sagt Antonia Fietz, Leiterin der Kostümabteilung des Staatstheaters. „Die Leute stellen sich hier gerne Sachen dafür zusammen.“
Dass diese Anfang der neunziger Jahre ins Leben gerufene Veranstaltung ankommt, beweist auch die Schlange vor der Kasse von Birgit Matejat. Die Assistentin der Kostümabteilung hat alle Hände voll zu tun: Kassieren, Packen, Kassieren, Packen. Gekauft wird in Bausch und Bogen. „Das Gute ist, dass viele verschiedene Sachen dabei sind. Die Preise fangen bei einem Euro an, im Durchschnitt bewegen sie sich bei 20 bis 30 Euro. Die teuersten Kostüme kosten um die 80 Euro.“ Da ist bestimmt auch etwas für Camille Borchert (10) und Merle Oldenburg (11) dabei. Die Mädchen wollten einfach nach schönen Sachen Ausschau halten. „Wir lieben Kostüme und Schauspiel. Und wir wollen uns verkleiden“, meinen die beiden.
Auf 600 bis 700 schätzt Helga Haase, Pressesprecherin des Staatstheaters, die Besucherzahl allein am Vormittag. Besonders heftig ist der Andrang im Damenbereich. Hier verhaken sich fast im Minutentakt Frauen mit Kleiderbügeln an Handtaschen der anderen. „Ich hänge fest“, sagt eine, auf dem Weg zum Anprobebereich, während eine Mutter dreier Mädchen mit Stoffstapel auf dem Arm verrät: „Bei uns kann es gar nicht genug glitzern.“ Schön, wenn die Frauen in all der Hektik Menschen haben, die ihnen stilistisch mit Rat und Tat zur Seite stehen und den Weg zur Anprobe weisen. Diesen Part übernehmen die Schülerpraktikantinnen Laura Kreisel und Lara Strohmann. „Wir helfen den Leuten ein bisschen, sagen, wo es was gibt. Wir haben ja seit Donnerstag alles mit aufgebaut“, sagt Kreisel. „Und wir haben die Kleidung zwei Wochen lang restauriert“, ergänzt Strohmann. Betrachtet man die Resonanz, dann hat sich die Mühe wirklich gelohnt.
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