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Älter – aber nicht leiser

Von Martina Jurk

Braunschweig. Sie können's noch, die Altmeister des Rock. Und wie. Sieben Gruppen katapultierten am Freitagabend in der Stadthalle die Gäste der Oldie-Partynacht zurück in die 60er und 70er.

Wie in einer Zeitmaschine flogen die in der Mehrzahl 40- bis 50-Jährigen und fanden sich in ihrer Teenager-Ära wieder – in der Zeit von Beatclub und Disco. Das Reiseprogramm für die Besucher in der rappelvollen Stadthalle war stramm organisiert.
Es wurde eröffnet von der blonden Holländerin Toni Wille, der unverwechselbaren Stimme von Pussycat. Sofort brach das Eis. Toni sprach mit ihren Fans, die jubelten, tanzten und sangen ihre Hits wie „Teenage Queenie“ und „Mississippi“ mit. Die britischen Bands der 60er, Love Affair und Hermans Hermits, machten einfach nur Spaß. Mit ihrer Musik zauberten sie den Partygästen ein Lächeln aufs Gesicht.
Die „Zeitmaschine“ hatte da schon gehörig an Fahrt gewonnen. Die Bay City Rollers bemühten sich, mit dem Tempo Schritt zu halten. Eric Faulkner schrie ins Mikro, dass die Membrane der Lautsprecher vibrierten. Anders dagegen The Rubettes – wie in ihren erfolgreichen Glanzzeiten ganz in Weiß gekleidet.
Gründungsmitglied Bill Hurd am Keyboard und Leadsänger George Bird beeindruckten mit einer stimmlichen Qualität, die ihresgleichen sucht. Bei ihren Hits „Juke Box Jive“, „I can Do it“ und natürlich „Sugar Baby Love“ flippte die Reisegesellschaft vollends aus. Inzwischen war die Echtzeit in der Stadthalle weit fortgeschritten. Das Stehvermögen einiger Besucher ließ bereits nach. Nicht nur vor der Bühne, sondern auch an den Getränkeständen. Dort rissen die Schlangen der durstigen Reiseteilnehmer nie ab.
Zum Rückflug setzte die Zeitmaschine mit T-Rex und den Lords an. T-Rex hatte in den 70ern die Musikszene revolutioniert. Auch wenn die schillernden Köpfe der Gruppe, Marc Bolan und Mickey Finn, nicht mehr am Leben sind, hat die Band T-Rex insgesamt nicht an Kraft und Stimme eingebüßt, wie die Musiker bei Hits wie „Get It On“ und „Children Of The Revolution“ bewiesen.
Fazit: Wer die Oldie-Night verpasst hat, kann sich ärgern. Ein Marathon der super Live-Acts. Handgemachte Musik vom Feinsten. Aber mit durchschnittlich sechs Titeln pro Gruppe und einer Dauer von insgesamt mehr als vier Stunden war die Reise – für die, die stehen wollten oder mussten – etwas zu lang.
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