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919 Menschen wollen helfen

Typisierungsaktion fand große Resonanz

Von Henning Thobaben


Braunschweig. 919 Menschen ließen sich gestern typisieren, um Helene, Maksi und anderen an Leukämie Erkrankten eine zweite Lebenschance zu ermöglichen.

Die große Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) wurde unterstützt von Eintracht Braunschweig, den Braunschweig Lions, dem Verein Braunschweiger Rettungshunde, vielen Sponsoren und freiwilligen Helfern. „Wir sind mit der Resonanz mehr als zufrieden“, sagte Organisatorin Yvonne Lagocki, die mit 600 Blutentnahmen gerechnet hatte.
Die Aktion hatte um 10 Uhr begonnen. „Die ersten Leute standen aber schon um halb zehn Schlange“, berichtete sie erfreut. Unterstützung war auch von einigen Firmen gekommen. Ein Bäcker hatte Berliner gespendet, ein Großmarkt belegte Brötchen und ein Partyservice Suppe. Es ging um eine kleine Blutspende, die vielleicht Großes bewirken kann. Das Schicksal der erst dreieinhalb Monate alten Helene war für viele sicher ein Anstoß zu kommen. Das Mädchen aus Hamburg ist an Leukämie erkrankt und benötigt dringend einen Knochenmarkspender. Wer das beheizte Provisorium betrat, füllte zunächst ein Datenblatt aus. Dann ging es weiter zur Blutspende, die von insgesamt 16 Ärzten und medizinischen Fachkräften durchgeführt wurde. Wer das hinter sich hatte, spendete im besten Fall noch Geld. Immerhin entstehen pro Registrierung in der Datei rund 50 Euro an Kosten.
Nicht lumpen ließ sich auch die lokale Prominenz. Marc Arnold, Sportdirektor von Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig, machte ebenfalls mit. „Ich hatte gehofft, dass noch zwei Spieler mitkommen. Jetzt sind es sogar acht geworden“, so Arnold. Viele andere Spieler und auch Trainer Torsten Lieberknecht hatten sich bereits früher registrieren lassen. Eintracht-Abwehrspieler Deniz Dogan gehörte zu den acht neuen Spendern. „Wir hatten die Chance zu helfen und ein Zeichen zu setzen“, meinte Dogan. Hilfe ist auch innerhalb des Vereins vonnöten. Der 16-jährige Florian Maksimovic, Kapitän der B2-Junioren, ist seit einem halben Jahr an Blutkrebs erkrankt. Die Footballer der Braunschweig Lions kamen sogar fast mit dem gesamten Team. „Wir hatten gerade einen Krafttest. Da ist das Blut noch in Wallung“, scherzte Defense-Tackler Jens Heinecke. Die Sportler halfen genauso wie gelegentlich vorbeischauende Feuerwehrleute und Polizisten, die zudem Parkplätze organisierten. Eigentlich half so ziemlich jeder – nur Petrus mit dem Wetter nicht.
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