Anzeige

50 Jahre nB: Von der Theke auf die Tanzfläche

Anne-Kathrin Strauß.

50 Jahre nB und 50 Jahre Nachtleben.

Von Anne-Kathrin Strauß


Wenn wir auf 50 Jahre neue Braunschweiger zurückblicken, schauen wir auf das Leben in Braunschweig zurück und nicht zuletzt auf das Leben in der Nacht, das sich zwischen glühenden Straßenlaternen und der Morgendämmerung abspielt.
Mein Braunschweiger Nachtleben begann vor circa 14 Jahren, als ich erstmalig die heiligen Hallen des Jolly Jokers betrat. Ich fand schnell Gefallen am Zauber der Nacht, am Sog der Tanzfläche und Freude an der Feierei. So suchte ich mir in den nächsten Jahren den Zugang in meine Lieblingsläden, zum Beispiel dem Vibe am Gieseler Wall, dem Unique am Hauptbahnhof und dem Velvet in der Wallstraße.
Und ich liebte diese Zeit mit all ihren Ritualen, wie dem allabendlichen Croque vom Croque Point gegenüber der Haifischbar oder dem Absacker im Brain. Dass ich einige Zeit später mal selbst ein kleiner Teil von diesem Nachtleben werde, hätte ich mir damals noch gar nicht träumen lassen. Meine Karriere als Thekenkraft begann während meiner Ausbildung und startete im Schwanensee bei Schlager und zahlreichen Caipirinhas.
In den darauffolgenden Jahren erblickte man mich hinter den Theken diverser Lokalitäten, wie dem alten 42° Fieber, dem Bora Beach Club, dem Fieber-Neubau am Kalenwall und schließlich im Cave Noire. In der kleinen Bar zwischen dem Lindbergh Palace und dem Fieber steckt viel Herzblut von mir, denn von der Idee bis zum Bau und der Eröffnung begleitete ich diese Location intensiv. Ich erinnere mich an unglaubliche Partys, die nie zu enden schienen und ruhigere Abende, an denen ich mich nur allzu gern mit meinen Gästen an der Theke unterhielt. Das Nachtleben hat Vor- und Nachteile, ist Schauplatz von so manchen skurrilen Szenerien. Freud und Leid liegen hier so nah beieinander, wobei die Freude überwiegt und stets den Reiz der Nacht ausmacht. Hinter der Theke betrachtet man das Geschehen oft mit anderen Augen, man blickt hinter die Kulissen, weiß Bescheid, bevor die Stimmung kippt und erlebt Dinge, die manch einer nicht mehr wahrnehmen will.
Diesen Job macht man aus Leidenschaft, oder man macht ihn eben nicht. Nach acht Jahren im Nachtleben und sechs Jahren im Cave Noire ziehe ich mich in diesem Jahr hinter der Theke zurück. Ich mache Platz für neue, junge und leidenschaftliche Thekenkräfte und die guten Seelen der Nacht. Ich finde sicher wieder einen Platz auf der Tanzfläche und werde sie nie verlieren – die Freude an der Nacht.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.