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2008 weniger Straftaten

Kriminalstatistik: Zahl der Körperverletzungen steigt seit Jahren an

Von Jens Radulovic

Braunschweig. „Die Region Braunschweig ist und bleibt eine sehr sichere Region“, stellte Polizeipräsident Harry Döring anlässlich der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2008 fest. Für die Stadt Braunschweig bilanzierte Cordula Müller, Leiterin der Polizeiinspektion Braunschweig: „Die Situation hat sich 2008 sehr positiv dargestellt.“

Im Vergleich zu 2007 gingen die Straftaten um 2666 Fälle zurück. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote um 0,8 Prozent auf 56,4 Prozent leicht an.
Mit 10 554 Straftaten auf 100 000 Einwohner ist Braunschweig die Kommune mit der höchsten Kriminalitätsbelastung (kriminelle Delikte pro 100 000 Einwohner) im Bereich der Polizeidirektion. Mit Ausnahme der Körperverletzungsdelikte liege Braunschweig im Vergleich zu Städten ähnlicher Größe aber durchgehend im unteren Drittel, betonte Döring.
Die Roheitsdelikte (Raub, Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung), und unter diesen insbesondere die Körperverletzungen, werden entsprechend ein Arbeitsschwerpunkt bleiben. Die Polizeiinspektion musste in diesem Bereich 249 Fälle mehr verzeichnen als 2007, darunter allein 201 Körperverletzungen. „Früher hat man das, zum Beispiel auf Schützenfesten, unter sich ausgemacht. Heute zeigt man sich nach einer Schlägerei gegenseitig an“, nannte Müller einen Grund für den Anstieg.
Ein weiterer Grund ist der zunehmende Alkoholkonsum. Seit 2004 steigen die Körperverletzungen unter Alkoholeinfluss in allen Altersklassen drastisch an: Bei Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) war in 33,8 Prozent (2004: 20,4 Prozent) aller Fälle Alkohol im Spiel, bei Erwachsenen in 51 Prozent (41,1) und bei Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) sogar in 60,2 Prozent (45,5). Müller: „Das sind enorme Größenordnungen.“
Stalking wurde 2008 zum ersten Mal separat in der Statistik erfasst. 128 Fälle fielen in diese Kategorie. Ulf Küch, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, wies auf die Bedeutung des Stalking hin: „Die letzten drei Tötungsdelikte waren Fälle ausufernder häuslicher Gewalt, deren Vorgeschichten unter das Stalking fallen.“ Daher dient die konsequente Verfolgung auch der Prävention: „Wir reagieren sofort und warten nicht, bis sich etwas entwickelt“, so Küch. Im vergangenen Jahr kamen so zwei Stalker in Haft.
Einen starken Anstieg der Fallzahlen gab es im vergangenen Jahr beim Datendiebstahl. Dabei werden von internationalen Banden unter anderem Automaten manipuliert, um an Geheimzahlen von Bankkonten zu kommen. „Die Kreditinstitute haben mittlerweile mit Sicherungsmaßnahmen reagiert“, so Müller.
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