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Ein Spaziergang in luftiger Höhe - Der Baumwipfelpfad in Bad Harzburg

Bereits vom Parkplatz aus ist der Weg gut ausgeschildert.
Bad Harzburg: Baumwipfelpfad |

Im Lied Bergvagabunden heißt es „Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen“. Da kann ich Sie gleich beruhigen. Auch ich bin nicht schwindelfrei, habe mich aber auf dem Pfad in 20 Metern Höhe trotzdem wohl und sicher gefühlt.

Nachdem wir unsere Tickets im Seilbahngebäude gelöst haben, überqueren meine Frau und ich die Straße auf einer Fußgängerbrücke und folgen dem ausgeschilderten Weg. Nach wenigen Minuten taucht der stählerne Eingangs- und Aufstiegsturm auf. Der Einlass erfolgt automatisch durch ein Drehkreuz. „Barrierefrei“ verkündet ein Schild. Sanft geht es kreisförmig bergauf. Bei 5,8 %iger Steigung soll der Aufstieg Rollstuhl- und Kinderwagen-geeignet sein. Lediglich die Plattform im Turm kann nur über Treppen erreicht werden. Von der Plattform führt ein gläserner Ausleger über den Abgrund, der uns ein kleines bisschen an die Glasbrücke am Grand Canyon erinnert. Der Blick hoch auf den Burgberg zur Gipfelstation der Seilbahn belohnt uns, als sich zwei Gondeln über den Bäumen begegnen. Dann geht es auf den 700 Meter langen Pfad, der im Zickzack auf Höhe der Baumkronen durch das Kalte Tal verläuft.

Im Reich der Buchfinken

Das Gerüst wird von stählernen Masten getragen; 570 Tonnen Stahl sollen hier verbaut worden sein. Der angenehm breite, Holz-beplankte Weg wird immer wieder von Stationen unterbrochen, an denen wir etwas über Bäume und Tiere erfahren, Beobachtungen anstellen oder unsere Geschicklichkeit beweisen. Zwischendurch gibt es Sitzgelegenheiten auf überdimensionalen Zapfen und Eicheln. Wir schauen direkt in die Baumkronen, in das Geäst, in den Ruheraum, den Aussichtspunkt und das Speisezimmer von Buchfink, Meise und Eichelhäher. Nach kurzer Zeit teilt sich der Weg. Meine Frau nimmt die Abenteuerbrücke und bewältigt behutsam die eingebauten Schikanen; ich ziehe den normalen Pfad vor. Zwei Stelen verströmen tatsächlich den Duft des Waldes, wenn man eine Klappe öffnet. Ein kleines Schild nennt den Sponsor: Die Firma Heimbs-Kaffee. Kaffeeduft wäre auch nicht schlecht, passt aber natürlich hier nicht. Das werden wir unten nachholen. Bei einem weiteren Stopp erzählt eine in Holz geschnitzte Kiepenfrau von ihrer mühseligen Arbeit, die Menschen in der schwer zugänglichen Region nicht nur mit Waren sondern nebenbei auch noch mit Neuigkeiten zu versorgen. Eine Abzweigung führt zur Wipfelbar, die man für Feiern mieten kann.
Das Ende des Pfades ist erreicht. Hier haben wir die Wahl, den Pfad durch ein Drehkreuz zu verlassen und den Rückweg auf dem Talweg anzutreten oder den Pfad zurück zu nehmen. Wir entscheiden uns, oben zu bleiben und zwischen den Baumkronen zurück der nachmittäglichen Sonne entgegen zu gehen. Wir sind häufig in der Natur, im Wald unterwegs. Aber das Gefühl, mit den Bäumen „auf Augenhöhe“ zu sein, ist auch für uns neu und etwas Besonderes.
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